Prekäre Beschäftigung und Regionale Mobilität

Description

Das DFG-geförderte Projekt „Prekäre Beschäftigung und regionale Mobilität“ von Dr. Katrin Auspurg und Prof. Dr. Thomas Hinz (beide Universität Konstanz, Fachbereich Geschichte und Soziologie) sowie Prof. Dr. Martin Abraham (Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Soziologie und Empirische Sozialforschung) analysiert Einflussfaktoren auf regionale Mobilitätsentscheidungen. Dabei werden speziell Personen und Haushalte in prekären Arbeitsverhältnissen betrachtet. Bisherige Studien analysieren fast ausschließlich tatsächlich realisierte Umzüge, aber keine nicht verwirklichten Alternativen. Dies führt zu verzerrten Schätzungen der Mobilitätsbereitschaft und ihren Ursachen, da etwa kaum feststellbar ist, inwieweit eine unterschiedlich hohe regionale Mobilität als Beispiel einer Arbeitsmarktinvestition einem unterschiedlichen Zugang zu Stellenangeboten oder einer unterschiedlichen Mobilitätsbereitschaft geschuldet ist.

Das Projekt setzt daher ein experimentelles Design (Faktorieller Survey) ein, welches in Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im „Panel Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung (PASS)“ implementiert wurde.

Dabei werden den Befragten hypothetische überregionale Stellenangebote zur Beurteilung der Stellenattraktivität und zur Einschätzung der eigenen Stellenannahme- und Umzugsbereitschaft vorgelegt. Diese Methode erlaubt detaillierte Analysen des Entscheidungsprozesses unabhängig vom Zugang zu mehr oder weniger attraktiven Arbeitsangeboten.


Institutions
  • Soziologie
Publications
  Auspurg, Katrin; Frodermann, Corinna; Hinz, Thomas(2014): Berufliche Umzugsentscheidungen in Partnerschaften : Eine experimentelle Prüfung von Verhandlungstheorie, Frame-Selektion und Low-Cost-These KZfSS Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie ; 66 (2014), 1. - S. 21-50. - ISSN 0023-2653. - eISSN 1861-891X

Berufliche Umzugsentscheidungen in Partnerschaften : Eine experimentelle Prüfung von Verhandlungstheorie, Frame-Selektion und Low-Cost-These

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Beruflich motivierte Haushaltsumzüge sind ein idealer Forschungsgegenstand, um theoretische Positionen in der Familiensoziologie zu prüfen. Die vorliegende Analyse testet auf der Grundlage eines experimentellen Designs Hypothesen zur Neuen Haushaltsökonomie (NHE), zur Verhandlungstheorie (VT) und zu Geschlechtsrollen, wobei diesbezüglich erstmalig für die Familiensoziologie die Low-Cost-These (LCT) und das Modell der Frame-Selektion (MFS) gegenübergestellt werden. Datengrundlage ist ein Faktorielles Survey-Modul im Panel „Arbeitsmarkt und soziale Sicherung“ (PASS, fünfte Welle), in dem im Jahr 2011 knapp 1000 Personen in Partnerschaften mehr als 4500 fiktive Anreize zu beruflichen Fernumzügen bewerteten. Es konnte der gemeinsame Haushaltsgewinn eines Umzugs unabhängig von den individuellen Erwerbsoptionen und damit Drohpunktverschiebungen in der Verhandlungssituation variiert werden, was eine direkte Prüfung der von der VT angenommenen, aber bislang kaum beobachtbaren Dilemma-Situationen ermöglicht. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Prognosen aus der VT bestätigt werden. Geschlechtsrolleneinstellungen haben einen schwachen Einfluss, allerdings analog zur LCT tendenziell nur bei geringen Kosten. Ein kostenunabhängiges Befolgen von Einstellungen, wie man es nach dem MFS erwarten kann, findet sich nicht.

Origin (projects)

  Abraham, Martin; Auspurg, Katrin; Bähr, Sebastian; Frodermann, Corinna; Gundert, Stefanie; Hinz, Thomas(2013): Unemployment and willingness to accept job offers : results of a factorial survey experiment Journal for Labour Market Research ; 46 (2013), 4. - S. 283-305. - ISSN 1614-3485. - eISSN 1867-8343

Unemployment and willingness to accept job offers : results of a factorial survey experiment

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Matching individuals to jobs is a fundamental problem in any labour market. This paper focuses on job characteristics, such as wages, job quality, and distance from the current place of residence, and the impact of these characteristics on the willingness of employed and unemployed individuals to accept new job offers. Using an experimental factorial survey module (FSM) implemented in the fifth wave of a large population survey (Panel Study Labour Market and Social Security), the willingness of employed and unemployed labour market participants to accept new job offers was compared while considering job characteristics like gain of income or commuting distance. In this study, unemployed and employed individuals received the same set of hypothetical job offers. Consistent with theoretical arguments, the about 20,000 evaluations provided by about 4,000 respondents showed that unemployed participants generally exhibit a greater willingness to accept new job offers than employed ones. Moreover, unemployed individuals were likely to make more concessions than employed individuals with respect to job quality, such as accepting fixed-term job offers. Interestingly, little evidence for different decision-making or weightings of mobility costs was found, which enables us to conclude that interregional unemployment disparities can scarcely be explained by unemployed individuals lacking the willingness to work or relocate.

Origin (projects)

Funding sources
NameProject no.DescriptionPeriod
Sachbeihilfe/Normalverfahren"-"no information
Further information
Period: 01.04.2012 – 31.03.2014
Link: Project homepage