Strukturelle Zusammenhänge von habituellen und situativen Emotionen im Unterricht

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Beschreibung:

 

Emotionen spielen für das Lernen und die Leistung im schulischen Alltag eine entscheidende, aber häufig noch unterschätzte Rolle. Mit der Ausnahme von zahlreichen Studien zur Prüfungsangst bei Schülern (z.B. Zeidner, 1998) sowie einigen attributionalen Studien zu kognitiven Bedingungen von Lern- und Leistungsemotionen (vgl. Weiner, 2001), wurden Emotionen im schulischen Kontext in der Forschung lange Zeit weitgehend vernachlässigt. Erst in den letzten fünfzehn Jahren wurde deren Relevanz zunehmend anerkannt, was sich in bedeutenden Publikationen zu theoretischen und empirischen Befunden widerspiegelte (z.B. Efklides & Volet, 2005; Linnenbrink, 2006; Linnenbrink & Pekrun, im Druck; Schutz & Pekrun, 2007). Trotz dieser neueren Erkenntnisse im Bereich der Lern- und Leistungsemotionen, besteht weiterhin ein Forschungsdefizit in Bezug auf die Struktur schulischer Emotionen, d.h. die Beziehungen innerhalb und zwischen verschiedenen Schulfächern. Ziel des Forschungsprojektes ist es, diese Forschungslücke zu schließen und mit einem umfassenden längsschnittlichen, multimethodalen Design die strukturellen Zusammenhänge von Lern- und Leistungsemotionen zu untersuchen.

In dem Projekt werden (1) die Stärken der Beziehungen von diskreten habituellen (Trait) und situativen (State) Lern-und Leistungsemotionen (Freude, Stolz, Ärger, Angst, Langeweile und Scham) zwischen und innerhalb von vier verschiedenen Schulfächern (Deutsch, Englisch, Französisch und Mathematik) und (2) mögliche Geschlechtsunterschiede in Bezug auf die Struktur von Emotionen untersucht. Zudem werden auch (3) mögliche Antezedenzien der Lern- und Leistungsemotionen (wie sie in Pekruns Kontroll-Wert- Theorie [2006] vorgeschlagen werden), sowie (6) die Zusammenhänge mit dem Lernerfolg analysiert.

 

Methode:

 

Längsschnittliches Design (Klassen 9-11), Fragebogenstudie, Experience-Sampling

 

Literatur:

 

Efklides, A., & Volet, S. (Eds.). (2005). Feelings and emotions in the learning process [Special issue]. Learning and Instruction, 15(5).

Linnenbrink, E. A. (Ed.) (2006). Emotion research in education: Theoretical and methodological perspectives on the integration of affect, motivation, and cognition [Special issue]. Educational Psychology Review, 18(4), 307-314.

Linnenbrink-Garcia, L., & Pekrun, R. (2011). Students’ emotions and academic engagement: Introduction to the special issue. Contemporary Educational Psychology, 36(1), 1-3.

Pekrun, R. (2006). The control-value theory of achievement emotions: Assumptions, corollaries, and implications for educational research and practice. Educational Psychology Review, 18, 315-341.

Schutz, P. A., & Pekrun, R. (Eds.). (2007). Emotions in Education. San Diego, CA: Elsevier.

Weiner, B. (2001). Intrapersonal and interpersonal theories of motivation from an attribution perspective. In S. Farideh & C. Chi-yue (Eds.), Student motivation: The culture and context of learning. Plenum series on human exceptionality (pp. 17-30). Dordrecht, Netherlands: Kluwer Academic Publishers.

Zeidner, M. (1998). Test Anxiety. The State of the Art. New York: Plenum Press.

 

 

 

Institutions
  • Empirische Bildungsforschung
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