Medien und kulturelle Identität: Transnationale Kulturdominanz und Chinas massenmediale Konstruktion kulturelle Identität

Beschreibung

Das Projekt knüpft unmittelbar an die Untersuchungen des Projekts "Medien und kulturelle Identität" an und soll die geplanten und teilweise bereits durchgeführten empirischen Untersuchungen zum chinesischen Fernsehen fortsetzen. Dabei geht es um die Analyse der Bedeutung des Fernsehens bei der Konstruktion eines chinesischen Selbstverständnisses. Das Bewußtseineiner chinesischen "Identität" entsteht vor dem Hintergrund des zu Beginn des 21. Jahrhunderts privilegierten Wissens- und Kulturvermittlers Fernsehen auf der Ebene der Dispositive und Programme von Fernsehen sowie auf derjenigen der Rezeption durch ein chinesisches Publikum, welches das Fernsehen zur Bestimmung eines kulturellen, nicht an Territorialität, sondern an die Vorstellung einer kulturellen chinesischen Einheit gebundenen Selbstverständnisses verwendet. Diskursanalyse zur Disposivität des Fernsehens und seiner Verortung innerhalb chinesischer Kulturdiskurse, vergleichende Programmanalysen und empirische Untersuchungen zum kulturellen Selbstverständnis bei Fernsehpublika in unterschiedlichen Räumen chinesischer Kultur (VR China, Hongkong, Taiwan, USA) werden durch die übereinstimmenden historischen und kulturhistorischen Bezugsgrößen daoistisch-konfuzianisch-buddhistischer Tradition und Repräsentationspraxis und ein gemeinsames geographisches Zentrum ermöglicht, auf die sich "alle Chinesen" berufen können. Ihnen stehen eine unter unterschiedlichen politischen , wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bedingungen innerhalb der zu untersuchenden Räume völlig anders erlebte persönliche Vergangenheit und soziale wie ökonomische und kulturelle Gegenwart gegenüber. Bei der Analyse von Fernsehprogrammen sowie ihrer Rezeption ergibt sich zum einen die Frage nach der sozialen und kulturelle Bedeutung des Fernsehens im Vergleich zu anderen Medien der Wissensvermittlung und Kommunikation, die diejenigen nach den unterschiedlichen Formen einer Stärkung bzw. Auflösung der Dichotomien zwischen traditionellen und industriellen Formen der Repräsentation beinhaltet. Daraus ergibt sich zum anderen die Frage nahc der Bedeutung des Fernsehens mitsamt seinen Programmen, seiner Apparativität und Wirtschaftlichkeit bei der kulturellen (Re-)Konstruktion Chinas als "Tainxia" (kosmisches Reich im Sinne des Daoismus-Konfuzianismus-Buddhismus), "Zhongguo" (Nationalstaat iSd europäischen Modells) oder (wahrscheinlicher) als Bezugsgröße, die beide Modelle in sich zu vereinigen versucht. Die Analyse fokussiert in diesem Sinne auf die Frage nach der Bedeutung eines "Chinesisch-Seins" für Menschen in den o.a. Identitätsgemeinschaften im Hinblick auf die kulturelle Tradition Chinas sowie unter den globalen und dabei gleichzeitig auf territoriale Bezugsräume rekurrienden Bedingungen der transnationale bzw. lokalen Fernsehindustrie.

Institutionen
  • FB Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften
Mittelgeber
NameKennzifferBeschreibungLaufzeit
Deutsche Forschungsgemeinschaft505/03keine Angabe
Weitere Informationen
Laufzeit: 01.01.2003 – 28.02.2006