Eschatologie, Geschichtstheologie und Gesellschaft: Joachim von Fiore und sein Kreis in kulturwissenschaftlicher Sicht

Beschreibung

Es ist geplant, im Rahmen internationaler Arbeitsteilung und gemäß den Möglichkeiten der wissenschaftlichen Zusammenarbeit im Rahmen des Forschungskollegs: Norm und Symbol Teilbereiche des Oeuvres Joachims von Fiore und seiner Nachfolger inhaltlich zu erschließen, im Blick auf Autor und Zeithorizont historisch auszuwerten sowie kritisch zu edieren. Die Ansieldung dieses Vorhabens in diesem Kolleg gründet sich auf die Beobachtung, dass für Joachim von Fiore die real geschehene Geschichte in ihrem zeitlich gerichteten Verlauf als symbolhafte Chiffre des normativen Gotteswortes zu "lesen" und mittels einer speziellen Hermeneutik ihre soziale und politische Bedeutung in der Vergangenheit sowie deren Entfaltung in der Zukunft in kanonischen Texten wie dem Alten Testament, der Johannes-Apokalyse, den Vier Evangelien, der Benedikt-Vita aufgewiesen werden können. Der kulturelle Aspekt ist dabei neben den ideengeschichtlichen Traditionslinien in eigentümlichen Formen der medialen Präsentation von Joachims Gedankewelt in Schrift wie Bild zu sehen sowie in den Werken seiner Nachfolger in der fiktionalen Form kommentierter Prophetien. Der Aspekt des Politischen, und in gewisser Hinsicht auch des Sozialen, ist in der Instrumentalisierung wie in der Indikatorenfunktion dieser Geisteswelt in den ordens- (Zisterzienser, Florenser, Franziskaner-Spiritualen) wie kirchenreformpolitischen Auseinandersetzungen des 12. und 13. Jh. zu erkennen mit ihren integrativen wie desintegrativen Konsequenzen.

Institutionen
  • FB Geschichte,Soziologie,Sportw. u. emp. Bildungsf.
Mittelgeber
NameKennzifferBeschreibungLaufzeit
Deutsche Forschungsgemeinschaft501/00keine Angabe
Weitere Informationen
Laufzeit: 01.01.2000 – 31.12.2005