Proteomische Ansätze zur Früh- und Differentialdiagnose der Parkinson-Demenz Erkrankung mittels hochauflösender Proteomanalytik

Beschreibung

Die Labordiagnose neurodegenerativer Erkrankungen ist bislang nur unbefriedigend gelöst. Der perspektiv mögliche Einsatz neuroprotektiver Substanzen erfordert jedoch, Risikopatienten zu erkennen, damit diese Patienten frühzeitig einer Therapie zugeführt werden können.
Neben der Alzheimer Demenz (AD) gehören die Lewy-Body-Demenz (DLB) und die Parkinson-Demenz (PDD) zu den häufigsten Demenzformen. Nun zeigen epidemiologische Studien, dass mindestens 30 - 40 % der Parkinsonpatienten im Verlauf von 8 - 10 Jahren ihrer Erkrankung eine Demenz entwickeln, die entsprechend die weitere Prognose dieser Patienten verschlechtert. Da mittlerweile eine Reihe von Parkinsonmedikamenten und chirurgische Verfahren zur Therapie der Kardinalsymptome der Parkinsonerkrankung (Rigor, Tremor und Akinese) zur Verfügung stehen, die diesen Patienten eine deutlich verbesserte und verlängerte Lebensqualität erlaubt, erhält das Problem der dementiellen Entwicklung eine zunehmende Bedeutung.
Wie für die Diagnose einer Lewy-Body-Demenz auch ist für die neuropathologische Diagnose einer Parkinson-Demenz der Nachweis von cortikalen Lewy-Bodies erforderlich. Diese Lewy-Bodies bestehen zum größten Teil aus aggregiertem alpha-Synuclein. Hierbei ist es bislang unklar, ob diese alpha-Synuclein-Aggregate Mitauslöser oder Endzustand eines pathologischen Prozesses sind. Mittlerweile häufen sich sogar Indizien, dass die Aggregate Ausdruck einer fatal ablaufenden Neuroprotektion sind.
Ziel des beantragten Projekts ist es neurochemische Marker zu ermitteln, die eine Frühdiagnose der Parkinson-Demenz erlauben, damit solche Patienten zielgerichtet einer Therapie zugeführt werden können.
Hierzu soll innerhalb des Projektes im Verlauf ein transgenes alpha-Synuclein-Mausmodell mit Chip- bzw. Bead-Verfahren im Hinblick auf Aggregate und Aggregatbindungspartner untersucht werden, die im weiteren bei den Patienten diagnostisch genutzt werden können. Zum anderen soll dieses Modell mit weiteren proteomischen Verfahren verlaufsabhängig charakterisiert und auf neben pathophysiologisch relevante sowie auf diagnostisch verwertbare Marker hin analysiert werden.
Neben dem Tiermodell soll eine direkte differentielle proteomische Untersuchung des Liquors von Patienten mit Parkinson-Demenz und Parkinson-Erkrankung erfolgen (IPG-2D-PAGE-DIGE, LC-MS/MS). In einem direkten Ansatz soll ebenfalls mit einem Chip-basierten bzw. Bead-basierten proteomischen Verfahren der Nachweis von alpha-Synuclein-Aggregationszuständen unternommen werden. In Abhängigkeit der chemischen Eigenschaften der genutzten Chips bzw. Beads werden komplexe MALDI-Spektren generiert und auf die diagnostische Wertigheit hin mit entsprechender, darauf abgestimmter Software analysiert (SELDI bzw. clin-prot-tools).

Institutionen
  • FB Chemie
Mittelgeber
NameKennzifferBeschreibungLaufzeit
Baden-Württemberg-Stiftung558/07keine Angabe
Weitere Informationen
Laufzeit: 30.11.2006 – 30.11.2009