Mediale Repräsentation und Transformation der Liebessemantik in der sowjetischen und russischen Kultur zwischen 1960 - 1990

Beschreibung

Die Liebe, die im traditionellen Sinn und im Alltagsverständnis als Gefühl oder Leidenschaft gefasst wird, lässt sich in medien- und kommunikationstheoretischer Perspektive als eine spezifische Form der Kodierung von Intimität analysieren - als ein eigenes "symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium" (Luhmann), das dem Individuum erlaubt, gerade in diesem heiklen Bereich die Gefahren der Inkommunikabilität sowie die Kontingenz der Erwartungen seelisch zu bewältigen und sozial zu regulieren. Seit der Neuzeit ist es dabei vor allem die künstlerische Literatur, die sich diesbezüglich als jene kommunikative Sphäre etabliert, in der die abendländischen Gesellschaften in ihren unterschiedlichen Entwicklungsphasen ihre jeweils eigenen "Sprachen der Liebe" (Roland Barthes) elaborieren.


Das Teilprojekt untersucht die medialen Repräsentationsformen sowie Transformationen der Liebessemantik in der sowjetisch-russischen Kultur zwischen den 60er und den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts in einer doppelten Fragenperspektive: Zum einen soll ermittelt werden, inwieweit der Wandel in der "Sprache der Liebe" das sowjetische Normensystem unterhöhlt und dynamisiert oder dieses lediglich mit einer neuen Rhetorik affirmative reproduziert. Zum anderen soll dabei der gewandelten Mediensituation ab den 60er Jahren mit der Frage Rechnung getragen werden, inwieweit der Dominanzverlust der Literatur gegenüber den visuellen Medien (Film und Fernsehen) und die Interrelationen von alten und neuen Medien Rückwirkungen auf den Ausdifferenzierungsprozess des symbolisch generalisierten Kommunikationsmediums "Liebe" aufweisen.

Institutionen
  • FB Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften
Mittelgeber
NameKennzifferBeschreibungLaufzeit
Deutsche Forschungsgemeinschaft736/02keine Angabe
Weitere Informationen
Laufzeit: 01.01.2003 – 31.12.2005