Einflüsse affektiver Prozesse auf die auditorische und visuelle Verarbeitung sprachlichen Materials

Beschreibung

Aus zahlreichen Praxisberichten ist der Einfluss des affektiven Kontexts auf die Leistungsfähigkeit von Kindern in Lernsituationen bekannt. So wirken abfällige Kommentare bei Kindern mit Lernproblemen nicht förderlich. Umgekehrt sind Kinder erfolgreicher, wenn es im Schulunterricht um Themen geht, die appetitiven Charakter besitzen. Obwohl in der psychologischen Forschung die Bedeutung affektiver Vorgänge im Individuum bei der Bearbeitung von kognitiven oder Sprachaufgaben eingeräumt wird, sind diese Zusammenhänge noch nicht systematisch untersucht. Das vorliegende Projekt widmet sich der Überprüfung von Einflüssen affektiver Prozesse auf die auditorische und visuelle Sprachverarbeitung bei gesunden Kindern und Erwachsenen. Insbesondere soll die Interaktion zeitlich-dynamischer Aspekte von Sprache mit affektiven/motivationalen Kontextvariablen näher beleuchtet werden. Als sprachrelevantes Material kommen Stopp-Konsonanten-Stimuli, frequenzmodulierte Töne und Verben zum Einsatz. Eine affektive Modulation soll durch emotionale auditorische und visuelle Reize induziert werden. Neben Verhaltensmaßen dienen elektrokortikale Parameter als abhängige Variablen.


Mit diesem grundlagenorientierten Vorgehen wird erhofft, Implikationen zur Gestaltung affektiver/motivationaler Kontextvariablen beim Training kognitiver Fertigkeiten bei Kindern mit sprachbezogenen Lernstörungen zu erhalten. Eine weitere Perspektive stellt die Untersuchung der bei diesen Kindern häufig beobachteten Schwierigkeiten in der spektrotemporalen Verarbeitung im Zusammenhang affektiv bedeutsamer Reize dar.

Institutionen
  • FB Psychologie
Mittelgeber
NameKennzifferBeschreibungLaufzeit
Deutsche Forschungsgemeinschaft559/04keine Angabe
Weitere Informationen
Laufzeit: 01.03.2004 – 28.02.2006